Die Totengräberin

Mein Liebster, schlaf gut.
Schlaf für immer

Die
Totengräberin

Die Totengräberin

Magda und Johannes haben sich mit ihrem Haus in der Toskana einen Traum erfüllt. Sie verbringen dort jedes Jahr mehrere Wochen und sind im Dorf bei den Einheimischen bereits gut integriert.

Doch in diesem Sommer ist alles anders: Magda fährt allein voraus und wartet auf ihren Mann, der ein paar Tage später aus Berlin nachkommen will. Sie weiß, dass er die Zeit bei Carolina, seiner Geliebten, verbringt. Magda ist nicht mehr bereit, dies länger zu ertragen. Johannes hat ihre Liebe zerstört, und jetzt ist die Zeit ihrer Rache gekommen. Sie geht ihren mörderischen Plan immer wieder in allen Einzelheiten durch und empfindet dabei unglaubliche Ruhe und tiefe Zufriedenheit.

An einem warmen Sommermorgen tötet sie ihren Mann, vergräbt ihn und meldet ihn als vermisst. Als ihr Schwager Lukas zu Besuch kommt, eskaliert die Situation. Er liebt Magda und erkennt erst viel zu spät, in welch tödlicher Gefahr er sich befindet.

Sie ist die deutsche Antwort auf Kathy Reichs oder Tess Gerritsen, denn Thiesler kann atemlos spannend erzählen.  Neue Presse

Die Totengräberin ist auch in diesen Ausgaben erschienen:

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Ausschnitt aus dem Interview zum Buch

Wie ist dieser Roman entstanden? Basiert die Geschichte auf einer wahren Begebenheit?

Nein. Die Idee zu diesem Buch ist eigentlich schon vor dreißig Jahren, auf meiner Hochzeitsreise entstanden. Bereits damals habe ich über das „perfekte Verbrechen“ nachgedacht: Wie stelle ich es an, meinen Mann zu töten, wenn ich gute Gründe, also ein dickes Motiv habe, ohne dass das Verbrechen entdeckt wird? – Diese Frage hat mich beschäftigt und fasziniert, jetzt war die Zeit endlich reif, diesen Roman zu schreiben. (Allerdings möchte ich hinzufügen, dass mein Mann sich immernoch bester Gesundheit erfreut!)

Wahr sind allerdings die psychologischen Deformationen, die fast unvorstellbaren Verdrängungsmechanismen, die die Protagonistin hat. Dies habe ich mit Hilfe von forensischen Gutachtern und Psychiatern recherchiert.

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War es wichtig für Sie, von einer Frau zu erzählen, die verrückt wird, weil sie ihren Mann umbringt?

Es war sehr wichtig für mich, weil mich Menschen in psychischen Ausnahmesituationen und mit psychischen Schwierigkeiten sehr interessieren. In meinen Büchern ist niemand – wie im richtigen Leben – ganz normal. Ich versuche den Mördern, aber auch den Opfern in den Kopf zu gucken und deutlich zu machen, wie sie denken und fühlen. Der Leser taucht ein in die Gedankenwelt eines Mörders, und das ist beängstigend und spannend zugleich.

In diesem Fall hat Magda ein sehr absolutes Motto, das zur Maxime ihres Handelns wird: „Wenn einer den andern betrügt, ist das Leben zu Ende.“ Es hat mich gereizt, die Geschichte einer Frau zu erzählen, die so rigoros denkt.

Wie haben Sie die Figuren von Magda, Lukas und Johannes konstruiert?

Ich konstruiere nicht, ich habe eine Idee und fange ohne Plan an zu schreiben. Und dabei begegnen mir die Figuren. Im Lauf der Arbeit werden sie immer facettenreicher, immer detaillierter …, und wenn sich ihre Charaktere manifestiert haben und ich sie sehr gut kenne, dann bekommen sie eine Eigenständigkeit und beginnen zu handeln und zu reagieren. Das ist ein wunderbarer Prozess. Und dann sitzen die Figuren quasi „bei mir am Tisch“, sind Teil meines Lebens geworden und während der Arbeit an einem Buch aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Warum lassen Sie diesen Roman in der Toskana, diesem wunderschönen Teil Italiens, spielen?

Meine Bücher spielen alle sowohl in Deutschland, als auch in der Toscana, weil man nur über Dinge, Landschaften und Menschen schreiben kann, die man kennt. Nur wenn man die Geheimnisse einer Landschaft kennt und weiß, wie es dort z. B. riecht, wenn man in seiner Phantasie überall spazieren gehen kann, nur dann kann man auch beim Schreiben Atmosphäre schaffen.

Mich faszinieren die einsamen Podere auf den Hügeln und in den Wäldern, mich fasziniert einsames Leben, das ich selbst führe und genieße, und das es so in Deutschland nicht gibt, weil man dort nur in Dorfgemeinschaften lebt. Diese Alleinlagen regen meine Phantasie an, ich liebe den Gegensatz von einer lieblichen Landschaft und einem schrecklichen Verbrechen. Es ist leicht, sich in einem dunklen Parkhaus Schreckliches vorzustellen, aber bei Sonnenuntergang unter einem Olivenbaum mit Blick über die bewaldete Toscana …, ist das schon schwieriger. Und genau das finde ich interessant.

Die Deutschen lieben meine Toskana-Thriller, allein mit vier Büchern habe ich schon 1,5 Mio Exemplare verkauft, es gibt bereits einen Buch-Tourismus in die Toskana. Die Deutschen reisen hierher, um die Originalschauplätze meiner Romane zu besichtigen. Das macht mich ganz glücklich.

Was macht Ihnen Angst?

Ich habe vor allem Angst. Wahrscheinlich bin ich der ängstlichste Mensch der Welt, weil ich so eine unbändige Phantasie habe. Ich kann mich nirgendwo angstfrei bewegen, weil ich mir ständig vorstelle, was alles überall passieren kann. Das ist grauenvoll. Das einzige, was mir dabei hilft, ist das Schreiben. Weil ich meine Ängste und Phantasien dann in Kreativität verwandeln kann, sie in den Griff kriege und bestimmen kann, wohin sie führen.

„Mach’s gut“, flüsterte sie, „wo immer du jetzt auch hingehst. Wir hatten eine schöne Zeit, und ich werde dich nie vergessen. Schade um dich, schade um uns, Johannes. Schade, dass du Carolina kennengelernt hast, wir hätten sonst bestimmt noch viele gute Jahre gehabt. Mein Freund, mein Liebster, schlaf gut, schlaf für immer.“

aus: Die Totengräberin