Nachtprinzessin

So sollst du Sterben,
Selig vor Lust

Nachtprinzessin

Nachtprinzessin

Die Nachtprinzessin ist erfolgreich im Beruf, lebt unauffällig und wohlsituiert in der Villa ihrer Mutter und hat ein attraktives, sympathisches Äußeres. Sie ist charmant und elegant und liebt die italienische Lebensart. Daher kauft sie sich eine Wohnung in der Toskana, kann aber auch dort ihrem inneren Dämon nicht entfliehen. Obwohl ihr die deutsche als auch die italienische Polizei dicht auf den Fersen ist, mordet sie weiter. Ihre Sehnsucht nach Liebe ist unersättlich, und auch auf der wildromantischen Mittelmeerinsel Giglio wird die „Prinzessin“ zwei jungen Männern zum Verhängnis.

In Siena lernt die Nachtprinzessin den schönen Fremdenführer Gianni kennen, Sohn des Carabiniere Neri aus Ambra, und verliebt sich unsterblich in ihn. Der unerfahrene und schüchterne Junge ahnt nicht, dass die Prinzessin töten muss, wenn sie liebt, und läuft ins offene Messer …

Niemand inszeniert den Gegensatz von malerischer Urlaubskulisse und Seelenabgründen so kunstvoll und spannend wie Sabine Thiesler.  Grazia

Nachtprinzessin ist auch in diesen Ausgaben erschienen:

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Ausschnitt aus dem Interview zum Buch

In Ihren Thrillern weiß der Leser immer sehr früh, wer der Mörder ist. Sie beschreiben sehr anschaulich und spannend, was in diesen Tätern vorgeht. Was fasziniert Sie an der Psyche von Serienkillern?

Ich möchte nicht falsch verstanden werden und nicht in eine Schublade rutschen, in die ich nicht hinein gehöre. „Serienkiller“ hört sich sehr platt an, und das liegt daran, wie zur Zeit in der Spannungsliteratur damit umgegangen wird. Z.Bsp: Ein schlicht Wahnsinniger hat einen Schlüsselreiz, der ihn morden lässt. Ein Datum, ein Bibelzitat, eine rote Socke oder was weiß ich. Er mordet wüst durch die Gegend und wird von einem versoffenen Kommissar oder einer attraktiven, sportlichen Kommissarin gejagt, die dann zum Schluss auch noch in Gefahr gerät, von dem Perversen in einem dunklen Keller auf einen Foltertisch geschnallt und in allerletzter Sekunde doch noch gerettet wird.

Gott, wie öde.

Das fällt mir bei Serienkiller ein, und so ein Buch habe ich noch nie geschrieben.

Meine Mörder, egal, ob sie eine Beziehungstat innerhalb der Familie verüben oder sich ihre Opfer auf der Straße oder in den Wäldern suchen, sind Menschen wie du und ich. Ich erzähle, wie sie dazu kommen, langsam und unmerklich in den Wahnsinn abzugleiten und Menschen zu töten. Die, die sie lieben, oder die, die sie gar nicht kennen.

Jeder von uns kann zu einem „Ripley“ werden, das ist das Bedrohliche und das Spannende.

Es bedarf einer Vielfalt von Geschehnissen in einem Leben und eine verrückte Sicht auf die Dinge, aber auch Verzweiflung und Ausweglosigkeit, um in den Wahnsinn abzugleiten.

Und jeder Mörder ist wahnsinnig. Ob er einmal oder zehnmal mordet.

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Wie recherchieren Sie dafür?

Ich kann mich vielleicht mehr als viele andere in die Psyche eines Menschen hineinversetzen und mit ihm mitfühlen. Das ist eine Gabe, ich weiß, aber manchmal auch ein Fluch.

Was macht diese menschlichen Abgründe für den Leser so spannend?

Der Leser will wissen, was in einem Vater vorgeht, der seine Familie auslöscht, die er über alles liebt, was eine Nachtprinzessin dazu bringt, ihre Liebhaber zu erdrosseln, warum eine Frau ihren Mann tötet, ohne den sie nicht leben kann, warum ein sanftmütiger, sympathischer Mann kleine Jungen umbringt, oder warum ein Vater ein Baby stiehlt und dadurch eine ganze Familie vernichtet.

In meinen Büchern wird der Ausnahmecharakter in einer unbeherrschbaren Situation plastisch, ich entschuldige nicht, aber bei mir kann man dem Mörder in den Kopf gucken, wenn man sich darauf einlässt.

Denn was in meinen Büchern steht, erfährt man in keinem Polizeibericht und in keinem noch so ausführlichen Artikel eines Journals. Es ist die Geschichte hinter der Geschichte.

Und wenn der Leser den Mörder kennt und weiß, wie er tickt, fürchtet er sich vor ihm. Viel könnte noch passieren. Und er kennt das Ende nicht.

Ihr neuer Roman spielt zum Teil in den Küchen der Edelrestaurants, aus denen extreme Arbeitsverhältnisse geschildert werden. Vom rauen Umgangston unter den Kollegen, über Mobbing, bis hin zu sehr ekelhaften hygienischen Verhältnissen. Man könnte fast meinen, da ist die Phantasie mit Ihnen durchgegangen … Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?

Romanfiguren haben Wohnorte – und sie haben Berufe. Der Beruf des Kochs ist momentan vor allem durch die unzähligen Fernsehsendungen en vogue.

Ich habe keineswegs meine Phantasie spielen lassen, sondern recherchiert und bin zu erschreckenden Ergebnissen gekommen. Und ich schreibe nicht über Hinterhofskantinen, Spelunken oder dreckige Kaschemmen, in die man sich normalerweise sowieso nicht verirren würde, sondern über First-Class-Hotels und eines der angesagtesten Promi-Restaurants Berlins. Die Zustände sind so widerwärtig, dass wahrscheinlich niemand, der mein Buch liest, noch jemals Lust verspürt „edel und teuer“ essen zu gehen.

Es ist ein totgeschwiegener Skandal!

Zum Glück gibt es hier in der Toskana noch viele kleine Familienbetriebe, in denen Mama kocht und es absolut sauber zugeht. In Berlin dagegen wage ich mich nicht mehr in ein Restaurant.

Kochen Sie selbst gern?

Sehr gern. Aber nur für meinen Mann und mich. Ganz entspannt. Wenn Gäste kommen, bin ich total im Stress und schlage mich weit unter Wert. Eine sechzehnstrophige Ballade fiele mir da leichter …

Was tun Sie, wenn Sie nicht schreiben?

Darüber nachdenken, was ich schreibe, wenn ich wieder schreibe … Es gibt kein spannenderes Leben, als das in meinen Büchern …

Er hatte nicht mehr viel Zeit. Seine Gedanken wirbelten in Panik durcheinander. Wenn er keinen Ausweg fand, war er in ein paar Minuten tot.

Sein Mörder flüsterte: „Ich liebe dich“, während er ihm die tränenfeuchten Augen küsste und den Schal fester zuzog. „Ich bin es. Deine Prinzessin, deine Principessa. Vergiss das nie.

aus: Nachtprinzessin